Blog - Fachwissen Leder

Alles, was Sie über pflanzlich (gegerbt)es Leder wissen sollten

Gastbeitrag vom Verband der deutschen Lederindustrie (VDL)

Pflanzlich gegerbtes Leder findet derzeit in bestimmten Kreisen starken Zuspruch.

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Pflanzlich gegerbtes Leder wird mit Hilfe von Gerbstoffen aus bestimmten Rinden, Früchten oder Blättern hergestellt. Sie verwandeln die Haut oder das Fell eines Tieres in ein langlebiges Material mit vielen nützlichen Eigenschaften. Die neuesten Gerbstoffe sind aus Traubenkernen, Olivenbaumblättern und Rhabarber gewonnen und sehr vielversprechend.

Mit diesem Verfahren lassen sich widerstandsfähige, sehr abriebfeste, technische und hypoallergene Leder herstellen. Sie haben antibakterielle Vorteile, sind atmungsaktiv, absorbieren Feuchtigkeit und leiten sie ab. Leder, das pflanzlich gegerbt wird, hat diesen charakteristischen Duft, warme Farbtöne, die sich mit der Zeit vertiefen und die „Fähigkeit, gut zu altern“. Das bietet nur dieses Naturprodukt.

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Pflanzlich gegerbtes Leder wird oft „Vegetabil-Leder“ genannt. Dieser Begriff wurde von der Werbebranche aufgegriffen, um die wachsende „vegane“ Kundengruppe zu gewinnen. Die Verbindung von „pflanzlich gegerbtem Leder“ und „veganem Leder“ ist allerdings irreführend.

Natürlich gibt es kein „veganes Leder“. Richtig wäre es in so einem Fall von veganen Materialien zu sprechen, unabhängig davon, ob sie aus Erdöl, synthetischen oder pflanzlichen Stoffen hergestellt wurden.

Leder KennzeichnungenIn einigen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Griechenland, Estland) gibt es Verordnungen und Vorschriften für die Verwendung des Begriffs Leder und/oder die Kennzeichnung von Lederartikeln. Für die Kennzeichnung von Schuhen gibt es in der EU eine einheitliche Gesetzgebung. Diese verhindert jedoch nicht immer, dass der Begriff Leder durch irreführende Beschreibungen und trügerische Werbe- oder Marketingpraktiken falsch verwendet wird.

Für die übrigen Lederprodukte gibt es leider noch keine Regelungen, die auf europäischer Ebene einheitlich anwendbar wären, um Leder vor sich widersprechenden Begriffen wie z. B. Apfelleder oder Ananasleder schützen. So werden diese Oxymorone gezielt eingesetzt, um Lederersatzstoffen den Anschein zu verleihen aus Leder zu sein.

COTANCE, zusammen mit den nationalen Organisationen der europäischen Lederindustrie, setzt sich intensiv für den Schutz des Begriffs Leder ein.

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