Blog - Fachwissen Leder

LEDER FACHGERECHT INSTAND SETZEN

Qualifiziert ausgeführte Reparaturmaßnahmen an Lederbezügen können die Lebenserwartung von Polstermöbeln oder Autositzen verlängern.

Das Instandsetzen von Polstermöbeln impliziert im Regelfall immer einen Neubezug – je nach Auftrag mit der entsprechenden Aufbereitung der Polsterung. In einigen Fällen ist es möglich, Polstermöbel mit Stoffbezug durch partielle oder vollflächige Reinigungsmaßnahmen in einen besseren Zustand zu versetzen. Das Ausbessern von Schäden, beispielsweise von Brandlöchern, Rissen oder Ausbleichungen, ist bei Möbelstoffen nahezu unmöglich. Anders sieht es bei Leder aus. Die besondere Beschaffenheit des Materials begünstigt vielfältige Techniken zum Ausbessern von kleineren und größeren Schäden bis hin zum Umfärben ganzer Polstermöbel-Garnituren.

Bei der Instandsetzung von Leder werden viele Fehler gemacht – oft durch Unwissenheit des Ausführenden.

FACHWISSEN ALS GRUNDVORAUSSETZUNG

Ein breites Wissen darüber, wie das zu behandelnde Leder beschaffen und wie die zur Verfügung stehenden Techniken und Hilfsstoffe anzuwenden sind, bildet die Grundlage für eine fachgerechte Lederinstandsetzung. Dazu ist es unabdingbar, das Leder eindeutig zu klassifizieren und Detailkenntnisse über dessen Herstellung zu haben. Ebenso wichtig ist es, Möglichkeiten und Grenzen bestimmter Reparaturmaßnahmen zu kennen.
Letztlich muss das zu erwartende Ergebnis den Vorstellungen des Kunden entsprechen und gleichzeitig (mindestens) der zweijährigen Gewährleistungsfrist standhalten. Aussagen wie: „Wir lassen Ihr Leder wieder wie neu aussehen!“ sind mit Vorsicht zu genießen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass ein instand gesetztes Leder nicht als neu bezeichnet werden kann. Eine Instandsetzung ist als fachgerecht zu bezeichnen, wenn der vorgesehene Verwendungszweck dadurch nicht beeinträchtigt wird – ein repariertes Sofa also nach der Reparatur genauso genutzt werden kann wie zuvor.
Dennoch ist es ratsam, die Instandsetzungsmaßname in Angebot und Rechnung genau zu definieren und den Kunden auf besondere Merkmale hinzuweisen. So kann es beispielsweise notwendig sein, nach der Instandsetzung besondere Reinigungsmittel einzusetzen, direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern oder auf die Luftfeuchtigkeit zu achten.

AUS SACHVERSTÄNDIGENSICHT

Die Lederinstandsetzung gehört leider zu den Dienstleistungen, in denen sich häufig Seiteneinsteiger verwirklichen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Angelesenes Google-Wissen führt dazu, dass mitunter Arbeiten mit wenig Fach- und Materialkenntnis durchgeführt werden. Pfusch gibt es in diesem Bereich mehr als genug!
Aus Sicht des Sachverständigen sind Reparaturen mit Autolacken, Sekundenklebern oder Schuhcreme nicht fachgerecht und Indizien dafür, dass hier kein Fachmann am Werk war. Oft sind die Anzeichen dafür, ob eine Beanstandung berechtigt ist, schwerer zu finden und zu beurteilen. Stellt sich beispielsweise die Frage, ob ein Stukkiermittel auf einem Semianilin-Leder die Lederart verändert und dadurch nicht fachgerecht ist, erfordert die Beantwortung dezidiertes Fachwissen.
Genau dieses Fachwissen muss bei einem Sachverständigen, der Leder(möbel) begutachtet, vorhanden sein. Auch Polsterer, die Leder verarbeiten, sollten sich entsprechend weiterbilden. Einerseits um mehr Sicherheit im Umgang mit Leder zu bekommen und andererseits, um das Geschäft der Instandsetzung nicht anderen zu überlassen.

 

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